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Kronen Zeitung

vor 12 Stunden
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TALK ZUM DOKU-START

Sarah Arnautovic: „Normaler Alltag ist ein Luxus“

Robert Fröwein

Ungefiltert, authentisch und echt verspricht die ab Sonntag wöchentlich um 20.15 Uhr auf Puls 4 laufende Doku „Team Arnautovic“ um den heimischen Fußballstar Marko Arnautovic und seine Familie zu sein. Seine Frau Sarah gab uns vorab bereits tiefere Einblicke in einen ganz und gar unnormalen Alltag.


„Krone“: Frau Arnautovic – ab Sonntag gibt es auf Puls 4 exklusive Einblicke in euer Familienleben. Was kann man sich genau darunter vorstellen? Aus welchen Perspektiven lernt man die Familie Arnautovic kennen und wo habt ihr für die Kameras Grenzen gesetzt?
Sarah Arnautovic:
Im Februar haben wir ganz spontan und ungescripted mit den Dreharbeiten begonnen. Wir planen und stellen dafür nichts. Das Drehteam kommt einfach immer dorthin, wo wir gerade sind, und filmt mit. Da waren auch für uns total überraschende Situationen dabei, die auch Teil der Doku sein werden.

Wie sieht denn der typische Alltag mit einem Fußballprofi aus? Und welche Entbehrungen musste die Familie für die Karriere von Marko schon auf sich nehmen?
Das Leben ist weniger planbar als in anderen Familien. Normaler Alltag, also was für andere Familien Alltag bedeutet, wäre für uns Luxus. Es ist bei uns alles sehr spontan, man kann oft nicht mal einen Zahnarzt-Termin planen – mit Marko kann man sowieso nichts planen, wir Mädels planen zum Großteil alles alleine.

Sie sind seit 16 Jahren ein Herz und eine Seele. Was macht den Menschen Marko Arnautovic besonders aus, was die Öffentlichkeit so vielleicht noch nicht weiß? Und warum harmoniert ihr beiden seit so langer Zeit so gut miteinander?
Wir akzeptieren die Fehler des anderen. Wir sind beide sehr temperamentvoll, und wir streiten natürlich auch. Marko hat auch seine Ups and Downs, keiner ist perfekt. Wir pushen uns aber sehr gut gegenseitig und holen uns auch gegenseitig wieder runter. Marko hat nach außen ein sehr starkes Erscheinungsbild. Zu Hause hat er aber genauso auch sentimentale Momente und kann auch sehr romantisch sein. Er ist ein bisschen wie mein drittes Kind und manchmal wie ein Welpe. Und genau das liebe ich an ihm.

Bild: Privat

Gab es auch mal schlechte Zeiten und grobe Schwierigkeiten und wenn ja – wie habt ihr aus diesen Tälern wieder rausgefunden?
Natürlich haben wir auch immer wieder Streitigkeiten. Und natürlich, wenn wir beide gestresst oder unter Druck sind, dann kracht es auch schon mal richtig. Aber wir schaffen es danach immer wieder aufeinander zuzugehen. Wir haben eine extrem enge Verbindung und was uns besonders ausmacht ist, dass wir sehr vieles davon mit Humor auflösen.

Mit euren Töchtern Emilia und Alicia seid ihr ein „3-Mäderl-Haus“, wie man bei uns so schön sagt. Hat Marko daheim überhaupt noch viel zu melden bei so viel Frauenpower?
Marko lebt derzeit allein in einer Männer-WG in Belgrad, wir in Bologna. Wir haben das entschieden aufgrund der Kinder. Marko ruft uns täglich mehrmals an. Wenn er anruft, ist immer alles andere bei den Kids und mir nebensächlich. Wir sind trotz Distanz täglich verbunden und tauschen uns aus. Vermutlich haben wir mehr Kontakt als manch andere Familien, die sich täglich sehen, aber nicht so viel sprechen. Er kriegt von allem alles mit, wir schicken ihm täglich Videos und Bilder – in ganz schön vielen unterschiedlichen Family-Chats. (lacht)

Emilia und Alicia sind in ihren jungen Jahren bereits Asse im Springreiten – werden in der Doku auch diese Highlights gezeigt? In welche Richtung tendieren die beiden Kids in puncto Sport und Zukunft?
Emilia und Alicia haben mittlerweile mehr Pokale als Marko. Es macht mich so stolz, sie so für den Reitsport brennen zu sehen. Wir sind so oft als möglich im Reitstall bei unseren zwei Pferden und bei allen möglichen Turnieren mit dabei. Emilia gehört bereits mit zu den besten Reitern Italiens im Springreiten, Alicia ist gerade auf der Überholspur.

Bild: Privat

Marko hat im Vorfeld etwa gesagt, „die Leute haben gar keine Ahnung, was es bedeutet, eine Spielerfrau zu sein“. Können Sie uns da ein paar nähere Einblicke geben? Was bedeutet es denn wirklich?
Viel alleine sein. Alle Umzüge mache ich so gut wie alleine. Dadurch, dass Marko auch Nationalteamspieler ist, hat er so gut wie keinen wirklichen Urlaub. Wir vermissen ihn oft, denn er kann nur ganz selten mal zu einer Reitstunde oder zu einem Turnier kommen. Ich sag den Kids dann immer: „Papa wäre hier, wenn er könnte.“ Auch auf Geburtstagen und Hochzeiten sind wir immer alleine.

Was sind die größten Vor-, aber auch Nachteile in dem Leben, das Sie und Ihre Familie führen?
Nachteil: Wir leben momentan, wie gesagt, als Familie getrennt. Natürlich wären wir alle lieber zusammen. Das wird auch eines Tages möglich sein und bis dahin ist es okay so, wie es ist. Wir richten es uns und Marko ist, wenn auch nicht persönlich, immer für mich und uns da.
Vorteil: Der Fußball gibt uns die finanzielle Möglichkeit, ihn ab und zu, wenn schulfrei ist, auch spontan besuchen zu fliegen. Andere Familien, wie die meines Vaters, als er damals aus Polen weg ist, können das nicht. Mein Vater konnte damals seine Familie drei Jahre lange nicht sehen, weil es finanziell nicht drin war.

Wie unterscheidet sich der Sportler Marko Arnautovic vom Ehemann und vom Familienvater?
Marko ist Marko. Er spielt in keiner Situation, ob als Ehemann, Vater oder Fußballer, eine Rolle.

Hat die Familie durch das rasante Leben, dass sie alle führen, eine ganz besondere Bedeutung? Und ist es überhaupt möglich, in diesem Leben eine gewisse Ruhe und Konstanz zu finden?
Ruhe gibt es ehrlich gesagt selten bei mir mit zwei Kindern, zwei Hunden, zwei Pferden, Haus, Garten und dem gesamten Family-Management mit auch immer wieder großen Umzügen durch Markos Job.

Bild: Privat

Marko hat, oder besser gesagt hatte, ein sehr großes Ego, das – meines Wissens – auch schon bei Ihrem Kennenlernen ausgeprägt war. Wie ergänzt ihr beiden euch als Menschen und Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften? Und war es anfangs schwierig mit ihm, weil er nicht immer der war, der er über die Jahre wurde?
Es hat sich nichts verändert. Wir sind wie Topf und Deckel und immer gleichgeblieben.

Bologna, London, Belgrad – ein Leben der Familie Arnautovic ist auch eines mit vielen Umzügen und Unstetigkeiten. Wie schwierig ist es, immer den Lebensmittelpunkt zu wechseln und wo fühlen Sie sich daheim? Was benötigen Sie, um sich daheim zu fühlen?
Schmerzhaft, wir konnten es den Kindern nun nicht mehr antun. Auch in China bereits nicht, und jetzt mit Bologna war das eine bewusste Entscheidung, weil sie ein gewisses Alter haben und sie müssen jetzt auch ihre Ziele verfolgen können und mal ein Zuhause haben. Bologna ist unser Zuhause.

Haben Sie sich sofort dazu bereit erklärt, diese Doku machen zu wollen, oder mussten Sie erst überredet werden? Was war der ausschlaggebende Punkt für die positive Entscheidung?
Ich muss ehrlich sagen, wir hatten schon viele Anfragen in die Richtung. Der lange Kontakt und das aufgebaute Vertrauen zu Puls 4 und Joyn hat uns die Entscheidung am Ende leicht gemacht. Super ist dabei auch, dass die Doku neben Österreich auch in Deutschland, Schweiz und Italien laufen wird. Besonders überzeugend war das Konzept, sodass es komplett auf Authentizität basiert. Wir wollten unser Leben zeigen, wie es tatsächlich ist. Und dass keinesfalls alles roter Teppich ist. Unsere jeweiligen Familien und Freunde sind auf der Welt verteilt. Wir für uns sind eine große Familie. Mit Kindern, Tieren, Haushalten und momentan auch keinen Angestellten. Es ist bei weitem nicht alles Glam und Fame, wie Social Media das bei vielen zum Anschein macht. Vor allem in der heutigen Zeit ist es mir wichtig, das jungen Müttern und Teenagern mitzugeben.

Bild: Mario Urbantschitsch

Haben Sie sich dafür auch andere Fußballer- bzw. Sportlerdokus angesehen oder sich sonst wie auf die Dreharbeiten vorbereitet?
Nein. Wir hatten als Familie nur einen Anspruch an uns selbst: Authentizität. Wir sind keine Schauspieler, wir wollen auch niemanden nachahmen, wir sind echt.

Wo wurde überall gedreht und wie lange? Was waren die herausforderndsten Momente für Sie im Zuge des gesamten Projekts?
Das tatsächliche Leben und Schicksale machen keinen Halt, wenn man so eine Doku dreht. Beispielsweise Emilias Unfall passierte direkt während der Dreharbeiten. Das ist bis heute nicht geheilt, aber wir haben nicht gestoppt, sondern weitergemacht, weil wir als Familie zeigen wollen, wie es wirklich ist. Nicht gespielt oder inszeniert.

Was ist Ihr persönliches Ziel mit dieser Dokumentation? Was wollen Sie der Welt zeigen bzw. wie soll man die Familie Arnautovic nach Genuss dieser Doku sehen und erleben?
Für mich sind es jetzt schon schöne Erinnerungen, wenn ich Szenen aus dem Beginn der Dreharbeiten sehe. Für mich wird das tatsächlich so eine Art „Memory Book“. Es ist ein Projekt für uns als Familie und ein schönes Andenken an diese Zeit.


Mehr zu diesem Beitrag gibt es auch auf krone.at

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